Angriff der Killercellulite - macht Hoppeln
schön?
Nachdem es mir nach ca. 2 Monaten gelungen war, meine fabulösen
„Am-Stück-Laufzeit" von 2 x 15 Minuten zu einem bravourösen
„1 x 30 Minuten" zu verbinden, und die Gesamthoppelzeit durch
Entspannungs-Gehpausen mit gelegentlichem Abschlusshoppeln auf bis zu
1 Stunde auszudehnen, stellte ich stark irritiert fest, das sich meine
neue sportliche Betätigung zwar in allgemeinem Wohlbefinden, nicht
jedoch in sinkenden Wachstumszahlen auf meiner Waage niederschlug.
Böse Wissenschafts-Zungen munkeln, das sich schon alleine durch eine
Änderung des Stoffwechsels bei einem Neu-Nichtraucher ein wenig
Hüftspeck breitmacht, selbst wenn er seine
Vor-Nichtraucher-Ernährungsgewohnheiten nicht ändert – bei mir
kamen zusätzlich einige nicht unerhebliche Grämmchen an Trost- und
Entspannungschokolädchen hinzu, von denen ich eigentlich erwartete,
das sie sich durch meine für meine Verhältnis bereits fast exzessive
tägliche Bewegung in Wohlgefallen auflösen würden. Aber – die
Kilos zeigten mir bloss eine lange, speckige Nase, hissten die „Diese
Hüfte ist besetzt!"-Anarchoflagge und machten es sich auf Bauch
und Schenkel so richtig schön gemütlich. Und von meinem Sportpensum
zeigte sich die aufmüpfige Bande gänzlich unbeeindruckt! Frechheit!
Und zu allem Schreck und Überfluß entdeckte ich eines unschönen
Morgens auch noch reichlich quaddelige Dellen an meinen Oberschenkeln,
die da vorher noch NIEMALS waren und die allgemein unter dem
furchteinflössenden Namen „Cellulitis" bekannt und gefürchtet
sind. Zeit meines jungen, schönen Leben hatte ich lässig im
höchsten Turm des „Straffe-Schenkel-Olymp" gethront und konnte
über das Zällulitte-Gejammer von Freundinnen und Kolleginnen bloss
milde grinsen - und nun wurde ich unerwartet und mit Schwung durch
meinen Spiegel aus dem Olymp auf die „Strasse der weiblichen
Problemzonen" gekickt!
Nachdem ich die beim unsanften Sturz geprellten Knochen gerieben
und mir den Staub aus der Hose geklopft hatte, bat ich Mr. Google um
Hilfe und Aufklärung. Dank seines unerschöpflichen Wissensschatz aus
den Weiten des Wörld Weid Wäpp erfuhr ich, das die Muskeln unter der
Fettschicht im Körper rumlungern und über der Fettschicht das
Bindegewebe liegt. Beim anschließenden BWDBH strickte ich mir daraus
die Theorie zurecht, das in meinen Sportlerschenkeln in der letzten
Zeit massenhaft Muskelberge herangewachsen waren, die das obenauf
liegende Fett von unten gegen das Bindegewebe drückten und somit die
unschönen Dellen verursachten. Jetzt musste ich also nur noch mit
Geduld und Spucke eine Mucke fangen und der gequetschten Fettschicht
mittels einer vorgetäuschten Nahrungsmittelknappheit den Garaus
machen. Doch da ich bereits beide speckigen Hände voll damit zu tun
hatte, mein Leben und meine Persönlichkeit als Ex-Raucherin zu
sortieren und zu entdecken, beschloss ich, das Problem „Speckschenkel"
vorerst nicht als ein solches zu betrachten und in seiner
Dringlichkeit auf der „Noch zu klären"-Liste ganz weit nach
unten zu setzen. Gemäß dem Leitspruch meiner Oma „Watt von selbst
kommt, geht auch wieder von selbst!" würde ich die Sache
irgendwann auch ohne meine Zutun in Wohlgefallen auflösen.
(Und, so sei aus heutiger Sicht angemerkt, genau so geschah es –
nach einer längeren Eingewöhnungszeit ins Läuferleben verloren die
Speckhüftchen und –beinchen nach und nach von selbst an Substanz,
ob’s daran liegt, das sich der Stoffwechsel nach dem
Nikotinentzugschaos irgendwann wieder „eingependelt" hat oder
ob die berühmten Muskeln auch im massenweise Ruhezustand Kalorien
verbrutzeln, wie öfter geschrieben wird oder watt-auch-immer, vermag
ich nicht zu sagen, ist mir auch egal....und auch die Dellenschenkel
sind heute wieder so straff und fest wie eh und je – gut Ding will
eben manchmal massenhaft Weile haben....)