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13,431085647525047385536100791006
km Rennen
ein Laufbericht aus den
Sieben Bergen
Als ich im vergangenen
Winter zum Lauftreff „Flying Feet" stieß, hörte ich bereits das
erste mal vom Pi-Lauf. Nun sollte die Zahl Pi
(3,1415926535897932384626433832795....) für jemanden, der Mathematik
studiert hat, eh von Interesse sein. Und da dieser Lauf dann noch mein (für
mich) großes Vorhaben des Frühjahrs 2004, den Rhein-Marathon, zu Pi ins
Verhältnis setzt (die Länge des Pi-Laufs entspricht dem Durchmesser
eines Kreises vom Umfang eines Marathons = Marathon/Pi ) , reifte der
Entschluss zur Teilnahme. Die Schwärmereien mehrer Fliegenden Füße von
dieser Veranstaltung gaben dann den endgültigen Anstoß.
So fuhr ich am 22. Mai
gen Neunkirchen (wo liegt’n das?), das ich letztlich doch ohne Probleme
(und ohne „Navi") gefunden habe. Parkplatz direkt an der
Meldestelle, kurze Wege, keine Wartezeiten, nette Leute sowie eine
freundliche Atmosphäre ließen den Nachmittag schon mal gut beginnen.
Nach dem Aufwärmen im angrenzenden, hügeligen Wohngebiet ging’s zum
Start. Und schon startete ein merkwürdiger Countdown: 15,431 - 14,431 -
13,431 (oder so ähnlich). Da bei der letzten Zahl alle losliefen, wollte
ich nicht stehen bleiben und rannte ebenfalls los.
O.K., mir war von den Erzählungen
der steile Schluss-Kilometer (oder waren es zwei) dunkel im Hinterkopf präsent.
Dass es dann bei einem Rundkurs auch runter gehen muss, ist folglich nicht
wirklich überraschend. Dass es alles an einem Stück und so steil war,
schon. 4:00 Minuten für den ersten Kilometer. Rekord für mich. Wir
verlassen das Wohngebiet und rennen mit Schwung in den Wald. Jetzt ca. 10
km flach weiterlaufen – dachte ich noch so bei mir- dann wird’s ein
lockerer Lauf. Doch halt, puh, warum geht’s jetzt dauerhaft bergan? Ach
nee, war nur ein kleiner Hügel, jetzt könnte das Flache aber gleich
kommen.
Km 3, 13:20 min. Der
Schnitt ist schon deutlich gesunken. Und statt flach zu werden, wird’s
erneut steil. Und eigentlich sieht der Wald auch nicht so aus, als ob es
hier ein längeres flaches Stück geben könnte. Warum hab’ ich mir das
Streckenprofil nicht vorher im Internet angeschaut? Zeit, den Reset-Knopf
im Kopf zu drücken, und sich auf ein wechselvolles Auf und Ab
einzustellen.
Km 4 und schon 19:00 min
vorbei. 5:40 min. für den 4. Kilometer. Das muss anders werden.
Konzentration, nur nicht hängen lassen. Beep-Beep-Beep-Beep. Wo kommt
denn jetzt dieses nervige Geräusch her. Das Dauer-Piepsen wird lauter,
keucht an mir vorbei und bleibt in Hör-Distanz vor mir. Warum stellt der
nicht wenigstens den Ton seines Pulsmessers ab, wenn er schon mit
utopischen Grenzwerten operiert.
Und wieder einen Hügel
erklommen. „Nur noch 4 Anstiege, dann habt ihr’s" ruft einer von
der Seite. VIER ????. Oh, jeh. Aber jetzt geht’s wieder ein Stückchen
runter. beep-Beep-Beep-BEEP-Beep-beep. Hah, den Piepser hab ich auch
wieder hinter mir gelassen. Wird doch. Markierung Kilometer 5, 25:30 min.
Na ja, aber immerhin auch ein kleiner Fortschritt.
beep-Beep-Bep-BEEP-Beep-beep.
Mmh, jetzt ist der Piepser wieder vor. Ich würd’ ja gerne mithalten,
aber meine Beine sind anderer Meinung. Weg iss’er. So’n Mist. Dabei
war der sechste Kilometer erneut 10 sec schneller als der Fünfte. Also,
nicht nachlassen und weiter bergan. Dankbar greife ich mir einen
Trinkbecher. Wieviel Anstiege sollten noch kommen?
Offensichtlich noch
einige. Das letzte Gefälle war leider so steil, dass es keine
Erholungsphase ermöglichte. Der folgende Berg erst recht nicht. „Ganz
schön abwechslungsreich, die Strecke" keucht mir der Lockenkopf im
gelb-roten Fahrrad-Dress entgegen, als er sich kurz umdreht und an mir
vorbeizieht. Seine um die Hüfte geschnallte Trinkflasche (gelb-rot,
passend zum Trikot) grinst mich ebenfalls an und wird kleiner und kleiner.
Zu gerne hätte ich da einen Schluck draus genommen. Erneut ein
freundliches Schnaufen hinter mir. Hört sich an, als ob die Besitzerin
lockerer drauf ist als ich. Freundlicher Blickkontakt - vorbei ist sie.
O.K., ihr blaues T-Shirt lässt du jetzt aber nicht mehr aus den Augen.
Mittlerweile habe ich
achteinhalb Kilometer hinter mich gebracht und mehr als 43 Minuten auf der
Uhr stehen. Das blaue T-Shirt ist noch in Sichtweite. Wir haben den Wald
verlassen, das Gelände ist jetzt offener. Ein Anstieg ist weit und breit
nicht erkennbar. Es geht bergab und ich kann’s rollen lassen. Der
Kilometerschnitt sinkt die nächsten 4 Kilometer wieder deutlich unter 5
Minuten. Endlich überhole ich auch wieder. Fressen statt gefressen
werden.
Da - bei Kilometer 11 ein
vertrauter Klang. beep-Beep-Beep-BEEP-Beep-beep. Als es erneut in den Wald
geht, lasse ich das Piepsen für heute hinter mir. Hätte er mal besser
auf seinen Pulsmesser gehört und wäre nicht so schnell losgelaufen ;-)
Die letzten anderthalb
Kilometer sind so knackig steil wie erwartet (was das Laufen allerdings
nicht leichter macht). Der Km-Schnitt sinkt auf 6:30. Doch das Ziel ist
nah. Schlussspurt kann man meine Tempoverschärfung zwar nicht nennen,
aber mit einer Stunde, 9 Minuten und 2 Sekunden laufe ich zufrieden und 7
Sekunden hinter dem blauen T-Shirt ins Ziel.
Nächstes Jahr wieder!

Peter Löhr
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